Wer ein Elektroauto an einer Wallbox oder öffentlichen Ladestation laden möchte, benötigt je nach Ladepunkt ein passendes Ladekabel. Besonders häufig begegnet einem dabei der Begriff Typ-2-Ladekabel. Doch was bedeutet Typ 2 eigentlich? Sind alle E-Auto-Ladekabel gleich und worin unterscheiden sich Ladekabel mit 11 kW und 22 kW?
Welches Ladekabel für ein Elektroauto geeignet ist, hängt unter anderem vom Ladeanschluss des Fahrzeugs, der Ladestation, der unterstützten Ladeleistung und der benötigten Kabellänge ab. In diesem Ratgeber erklären wir, wie sich die verschiedenen Varianten unterscheiden und worauf bei der Auswahl eines Typ-2-Ladekabels zu achten ist.
Was ist ein Typ-2-Ladekabel?
Ein Typ-2-Ladekabel ist ein Ladekabel für das Wechselstromladen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Typ-2-Steckverbindungen sind in Europa insbesondere beim AC-Laden an Wallboxen und öffentlichen Ladestationen weit verbreitet.
Ein klassisches Typ-2-Ladekabel für eine Wallbox oder Ladesäule wird als Mode-3-Ladekabel eingesetzt. Dabei verbindet das Kabel die Ladeeinrichtung direkt mit dem Fahrzeug. Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladeeinrichtung sorgt unter anderem dafür, dass der Ladevorgang kontrolliert abläuft und nur die jeweils unterstützte Ladeleistung genutzt wird.
Ein Typ-2-Ladekabel sollte dabei nicht mit einem mobilen Ladegerät für eine Haushalts- oder CEE-Steckdose verwechselt werden. Wer sein Elektroauto beispielsweise direkt an einer Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose laden möchte, benötigt eine dafür vorgesehene mobile Ladelösung.
Welche Ladekabel braucht man für ein E-Auto?
Welche Ladekabel man für ein E-Auto benötigt, hängt vor allem davon ab, wo das Fahrzeug geladen werden soll. Grundsätzlich sollte zwischen dem Laden an einer Steckdose, dem AC-Laden an einer Wallbox oder Ladesäule und dem DC-Schnellladen unterschieden werden.
- Haushalts- oder CEE-Steckdose: Hier wird ein dafür vorgesehenes mobiles Ladegerät benötigt.
- Wallbox mit Typ-2-Steckdose: Hier kommt ein Mode-3-Ladekabel mit passender Typ-2-Verbindung zum Einsatz.
- Öffentliche AC-Ladestation mit Typ-2-Steckdose: Auch hier wird in vielen Fällen ein eigenes Typ-2-Ladekabel benötigt.
- DC-Schnellladestation: Das Ladekabel ist üblicherweise bereits fest mit der Ladestation verbunden.
Für viele Elektroautofahrer gehört deshalb ein eigenes E-Auto-Ladekabel Typ 2 zur Grundausstattung. Es ermöglicht das flexible Laden sowohl an einer passenden Wallbox als auch an öffentlichen AC-Ladepunkten, an denen kein fest angeschlagenes Kabel vorhanden ist.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 Ladekabel?
Typ 1 und Typ 2 bezeichnen unterschiedliche Stecksysteme für das Laden von Elektrofahrzeugen. Die Stecker unterscheiden sich in ihrer Bauform und können daher nicht beliebig miteinander verbunden werden.
In Europa hat sich für das AC-Laden insbesondere die Typ-2-Verbindung etabliert. Deshalb verfügen viele aktuelle Elektroautos sowie Wallboxen und öffentliche AC-Ladepunkte über einen Typ-2-Anschluss.
Vor dem Kauf eines Ladekabels sollte deshalb immer geprüft werden, welchen Ladeanschluss das eigene Fahrzeug besitzt. Verfügt das Fahrzeug über einen Typ-2-Anschluss und soll an einer Typ-2-Wallbox beziehungsweise Typ-2-Ladestation geladen werden, kommt in der Regel ein Typ-2-auf-Typ-2-Ladekabel zum Einsatz.
Sind alle E-Auto-Ladekabel gleich?
Nein. E-Auto-Ladekabel können sich deutlich unterscheiden. Neben dem verwendeten Stecksystem spielen unter anderem der Lademodus, die mögliche Ladeleistung, die Stromstärke, die Anzahl der Phasen und die Kabellänge eine Rolle.
Ein mobiles Ladegerät für eine Schutzkontakt-Steckdose erfüllt beispielsweise eine andere Aufgabe als ein Mode-3-Ladekabel für eine Wallbox. Ebenso ist ein Typ-2-Ladekabel für das AC-Laden nicht mit dem fest angeschlossenen Ladekabel einer DC-Schnellladestation gleichzusetzen.
Deshalb sollte beim Begriff E-Auto-Ladekabel immer zuerst geklärt werden, an welcher Stromquelle beziehungsweise Ladestation das Fahrzeug geladen werden soll.
Sind alle Ladekabel vom Typ 2 gleich?
Auch bei Typ-2-Ladekabeln gibt es Unterschiede. Zwei Kabel können zwar auf beiden Seiten über eine Typ-2-Verbindung verfügen, aber beispielsweise für unterschiedliche maximale Ladeleistungen ausgelegt sein oder verschiedene Kabellängen besitzen.
Bei der Auswahl eines Typ-2-Ladekabels sind insbesondere folgende Punkte relevant:
- maximale Ladeleistung des Kabels
- maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs
- Ladeleistung der Wallbox beziehungsweise Ladestation
- unterstützte Stromstärke
- ein- oder dreiphasiges Laden
- Kabellänge
- Einsatzbereich und Schutzart des Kabels
Ein Kabel mit einer höheren maximalen Ladeleistung sorgt dabei nicht automatisch dafür, dass das Elektroauto schneller lädt. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Fahrzeug, Ladepunkt und Ladekabel.
Typ-2-Ladekabel mit 11 kW oder 22 kW – was ist der Unterschied?
Eine der wichtigsten Fragen bei der Auswahl lautet: Benötige ich ein Typ-2-Ladekabel mit 11 kW oder 22 kW?
Die Angabe beschreibt die maximale Ladeleistung, für die das jeweilige Kabel ausgelegt ist. Ein dreiphasiges Typ-2-Ladekabel mit 11 kW ist für eine geringere maximale Ladeleistung ausgelegt als ein entsprechendes 22-kW-Ladekabel.
Entscheidend ist jedoch nicht allein das Ladekabel. Die tatsächlich erreichbare Ladeleistung richtet sich nach der gesamten Ladekette. Unterstützt ein Elektroauto beispielsweise beim AC-Laden maximal 11 kW, wird es auch an einer leistungsstärkeren Ladestation nicht automatisch mit 22 kW laden.
Wann reicht ein Typ-2-Ladekabel mit 11 kW?
Ein Typ-2-Ladekabel mit 11 kW kann sinnvoll sein, wenn das Fahrzeug beim AC-Laden maximal 11 kW unterstützt und auch die üblicherweise verwendete Wallbox beziehungsweise Ladeinfrastruktur entsprechend ausgelegt ist.
Die 11-kW-Typ-2-Ladekabel von brennenstuhl® ermöglichen dreiphasiges Mode-3-Laden und sind in 5 m und 7 m Länge erhältlich.
Wann ist ein Typ-2-Ladekabel mit 22 kW sinnvoll?
Ein Typ-2-Ladekabel mit 22 kW ist für eine höhere maximale Ladeleistung ausgelegt. Es kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Fahrzeug und Ladepunkt AC-Laden mit entsprechend hoher Leistung unterstützen oder das Ladekabel möglichst flexibel an unterschiedlichen Ladepunkten eingesetzt werden soll.
Die 22-kW-Typ-2-Ladekabel von brennenstuhl® ermöglichen ebenfalls dreiphasiges Mode-3-Laden und stehen in 5 m und 7 m Länge zur Verfügung.
Kann ich ein 22-kW-Ladekabel auch für ein Fahrzeug mit 11 kW verwenden?
Grundsätzlich beschreibt die 22-kW-Angabe die maximale Leistung, für die das Ladekabel ausgelegt ist. Ein Fahrzeug mit einer geringeren maximalen AC-Ladeleistung fordert dadurch nicht automatisch 22 kW an.
Voraussetzung ist selbstverständlich, dass Fahrzeug, Ladestation und Steckverbindungen miteinander kompatibel sind. Die tatsächlich genutzte Ladeleistung wird durch die Komponenten der Ladekette begrenzt.
Wie lang sollte ein Typ-2-Ladekabel sein?
Neben der Ladeleistung spielt die Kabellänge im Alltag eine wichtige Rolle. Ein zu kurzes Ladekabel kann problematisch werden, wenn sich der Ladeanschluss der Wallbox oder Ladesäule nicht direkt neben der Ladebuchse des Fahrzeugs befindet.
Gleichzeitig ist ein längeres Kabel beim Transport und Verstauen etwas unhandlicher. Die passende Länge hängt deshalb vor allem von den typischen Parksituationen und dem persönlichen Einsatzbereich ab.
Typ-2-Ladekabel mit 5 m Länge
Ein Typ-2-Ladekabel mit 5 m eignet sich insbesondere dann, wenn Fahrzeug und Ladepunkt in der Regel nah beieinanderstehen und das Kabel möglichst kompakt transportiert werden soll.
Für feste und bekannte Ladesituationen – beispielsweise die eigene Wallbox am üblichen Stellplatz – können 5 m bereits ausreichend sein.
Typ-2-Ladekabel mit 7 m Länge
Ein Typ-2-Ladekabel mit 7 m bietet zusätzliche Reichweite zwischen Fahrzeug und Ladepunkt. Das kann besonders beim öffentlichen Laden praktisch sein, da sich die Position der Ladesäule und die Ladebuchse des jeweiligen Fahrzeugs nicht immer optimal gegenüberliegen.
Wer sein Ladekabel häufig an unterschiedlichen Standorten einsetzt, kann deshalb von der zusätzlichen Flexibilität eines längeren Kabels profitieren.
Wie lang darf ein Typ-2-Ladekabel sein?
Für den Nutzer ist weniger eine möglichst große Kabellänge entscheidend als eine Länge, die zum tatsächlichen Einsatz passt. Das Ladekabel sollte den Ladeanschluss bequem erreichen, ohne dass es unnötig gespannt oder ungünstig über Wege geführt werden muss.
Für typische private und öffentliche Ladesituationen bieten beispielsweise 5 m und 7 m lange Ladekabel unterschiedliche Vorteile: 5 m sind kompakter, während 7 m mehr Flexibilität bei wechselnden Parksituationen ermöglichen.
Kann ich ein Typ-2-Ladekabel an öffentlichen Ladestationen verwenden?
Ja, ein passendes Typ-2-Ladekabel kann an öffentlichen AC-Ladestationen mit entsprechender Typ-2-Steckdose verwendet werden. Gerade an Ladepunkten, an denen kein festes Ladekabel vorhanden ist, wird das eigene Mode-3-Ladekabel benötigt, um Fahrzeug und Ladestation miteinander zu verbinden.
Vor dem Laden sollte geprüft werden, ob der öffentliche Ladepunkt einen passenden Typ-2-Anschluss bietet und welche Ladeleistung zur Verfügung steht.
Brauche ich an jeder öffentlichen Ladesäule ein eigenes Ladekabel?
Nein. Ob ein eigenes Ladekabel benötigt wird, hängt von der Art des Ladepunktes ab.
Bei einer öffentlichen AC-Ladesäule mit Typ-2-Steckdose wird häufig das eigene Typ-2-Ladekabel verwendet. Bei DC-Schnellladestationen befindet sich das benötigte Ladekabel dagegen in der Regel bereits fest an der Ladestation.
Wer regelmäßig öffentlich AC lädt, profitiert deshalb davon, ein geeignetes Typ-2-Ladekabel im Fahrzeug mitzuführen.
Kann ich ein Typ-2-Ladekabel direkt an eine Steckdose oder CEE-Steckdose anschließen?
Ein klassisches Mode-3-Typ-2-Ladekabel ist für die Verbindung zwischen Elektrofahrzeug und einer dafür vorgesehenen Ladeeinrichtung wie einer Wallbox oder AC-Ladestation gedacht. Es wird nicht direkt an eine Haushalts- oder CEE-Steckdose angeschlossen.
Wer sein Elektroauto an einer Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose laden möchte, benötigt stattdessen ein dafür geeignetes mobiles Ladegerät mit entsprechender Kontroll- und Schutzeinrichtung.
Der genaue technische Unterschied zwischen diesen Ladearten wird zusätzlich in unserem Ratgeber zu Mode 2 und Mode 3 erklärt.
Welches Typ-2-Ladekabel brauche ich für mein E-Auto?
Um das passende Typ-2-Ladekabel auszuwählen, helfen vier einfache Fragen:
- Hat mein Fahrzeug einen Typ-2-Anschluss?
Zunächst muss das Stecksystem zum Fahrzeug passen. - Welche maximale AC-Ladeleistung unterstützt mein Fahrzeug?
Daraus lässt sich ableiten, welche Kabelleistung sinnvoll ist. - Wo möchte ich hauptsächlich laden?
Eigene Wallbox, wechselnde Wallboxen oder öffentliche AC-Ladestationen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Flexibilität. - Welche Kabellänge benötige ich?
Für bekannte und kurze Wege können 5 m ausreichend sein. Bei wechselnden Ladesituationen bieten 7 m mehr Spielraum.
Ein passendes Typ-2-Ladekabel sollte daher nicht allein anhand einer möglichst hohen Leistungsangabe ausgewählt werden. Entscheidend ist, dass Stecksystem, Ladeleistung und Kabellänge zum Fahrzeug und zum persönlichen Ladealltag passen.
Wer überwiegend an einer festen Wallbox lädt, kennt die benötigte Distanz meist genau. Wer dagegen häufig öffentliche Ladestationen nutzt, kann mit einem längeren Kabel flexibler auf unterschiedliche Parksituationen reagieren. Bei der Ladeleistung sollte wiederum berücksichtigt werden, welche AC-Leistung das eigene Elektroauto und die genutzte Ladeinfrastruktur tatsächlich unterstützen.